Im Namen Sartres

Im Namen Sartres:
ich bin dazu verdammt frei zu sein.
Dieser Tag und die Entscheidung, was ich an ihm tue, sind mein.
Menschen haben keine festgelegte Natur, sind das, wozu sie sich machen
– Zeit jetzt aufzuwachen.
Es ist an der Zeit, mir selbst aus dem Weg zu gehen, aufhören rumzustehen,
Nein, nicht „weitersehen“, sondern endlich loszugehen.
Es geht nicht darum nie zu scheitern, nie zu fallen,
Es geht darum wieder aufzustehen und mich mit Zähnen und Nägeln in mein Ziel zu krallen.
Ich kann den heutigen Tag nutzen, darüber zu sinnieren,
was mich genau und wie und warum daran hinderte, was ich möchte, anzuvisieren.
Alternativ kann ich aber auch den Mund halten und es einfach tun.
Denn wirklich selig kann ich doch sowieso erst nach getaner Arbeit ruhn.
Sitzen und Weinen bringt mir Sympathie; doch eine Tat,
und schwitzen und Passivität verneinen, das bringt Resultat.
Nichts ist vorbei, bis ich aufhöre es noch einmal zu versuchen.
Mir ist bewusst, ich werde in jedem Fall den ganzen Tag nach etwas suchen
–  nur ob nach Ausreden oder Wegen ist die Frage.
Lass ich mich treiben oder stemme ich die Beine in den Boden, damit ich das Schicksal trage?
Später wird immer nie
Ich schlachte sie nieder, die Apathie!
„Sollte“, „könnte“, „müsste“, brachte noch niemanden weit,
Zu viele Pläne zu machen ist auch nur ein Zeichen von Faulheit.
Der Unterschied zwischen der, die ich bin,
und der, die ich zu seien ersinn,
wird täglich definiert durch das, was ich zur Tagesordnung bestimme,
Ob ich Berge erklimme oder langsam erlösche und verglimme.
Ich mache mir nicht vor es könnte einfach werden,
es wird ein Kampf, täglich aufs neue: Stöhnen, Schmerzen, Schwitzen, Atembeschwerden.
Die Entscheidung zwischen stolz aufrecht stehen oder greinend zu knien,
trifft die Gewinnung meines Schmerzens aus Reue oder aus Disziplin.
Und ich bekämpfe meinen Reaktivseinstrieb,
denn, wie schon Goethe erkannte und schrieb:
„Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! auf einmal seh ich Rat
Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!“
Nur noch eine kleine Ergänzung, hier, nun,  ganz zuletzt:
Er vergaß das wichtigste überhaupt, nämlich das Wörtchen Jetzt.

 

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